Auch Büros brauchen einen Soundcheck

Immer mehr Menschen arbeiten in „Open Space-Büros“ ohne geschlossene Bereiche und Trennwände. Mit der zunehmenden „Entgrenzung“ des Büros steigen auch die Risiken, durch den „Krach“ von Kollegen, Telefonaten, Tastaturgeklapper oder Drucker- und Faxgeräuschen gestört zu werden. Am 27. April erinnert uns der „International Noise Awareness Day“ zum 22. Mal daran, dass mit „Lärm“ überhaupt nicht zu spaßen ist.

 

Wir leben in einer lauten Welt. Autos, Flugzeuge, Eisenbahnen, Baustellen konkurrieren mit der menschlichen Stimme ebenso wie die modernen Maschinen, die zu Legionen als Rechner, Drucker, Faxgeräte die Büros dieser Welt bevölkern. Die akustische Umweltverschmutzung ist so allgegenwärtig wie die ökologische: Ruhe und Reinheit nirgendwo nirgends. Lärm geht allerdings auf die Knochen. Das zeigte unlängst die Lärmwirkungsstudie NORAH. Die bislang umfassendste Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Verkehrslärm bestätigte, was wir immer schon vermutet haben. Flug-, Straßen- und Schienenlärm beeinträchtigt nicht nur unsere Lebensqualität, sondern auch unsere Gesundheit. So steigt bei Verkehrslärm das Risiko, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder eine Herzinsuffizienz zu entwickeln. Laut WHO ist Lärm nach Luftverschmutzung der Krankmacher Nr. 2. An Lärm können wir Menschen uns offensichtlich nicht gewöhnen. Das gilt auch im Büro.

 

Bürolärm wird unterschätzt
Nun ist das Büro kein Verkehrsknotenpunkt, aber der Grad der Belästigung durch „Lärm“ wird nach Ansicht von Medizinern und Wissenschaftlern unterschätzt. Vor allen durch die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft und die Flexibilisierung von Arbeit spielen die Reduktion und der Ausgleich von akustischen Störquellen eine wichtige Rolle. Der Grund: Zunehmend lösen digitale Arbeitsmodelle traditionelle Arbeitsweisen ab. Diese Entwicklung macht auch vor der Büroarbeit nicht Halt. Offene „Bürolandschaften“ liegen deshalb im Trend. Sie sollen Kommunikation, Projekt- und Teamarbeit fördern und damit Leistungsvermögen sowie Innovationen. Übersehen wird dabei oft, dass die gewonnenen Produktivitätsfortschritte durch die negativen Einflüsse des Bürolärms wieder zunichte gemacht werden. Vor allem Hintergrundgespräche von Kollegen wirken als „Konzentrationskiller“.

 

Gute Raumakustik rechnet sich
Offene Arbeitsumgebungen garantieren nicht per se gutes und gesundes Arbeiten. Während das Gros der Büroarbeitsplätze weitestgehend ergonomisch optimiert wurde, stehen „Open Space-Büros“ Planer vor neuen Herausforderungen. So untersucht aktuell das ISF München im Rahmen des interdisziplinären Forschungsansatzes „Präventionsorientierte Gestaltung von neuen (Open Space-) Arbeitswelten“ die Frage, wovon es abhängt, ob solche offenen Arbeitsumgebungen gutes und gesundes Arbeiten ermöglichen oder unzufrieden machen. Als gesichert gilt, dass Bürogeräusche und Gespräche unter Kollegen die mentale Leistung beeinträchtigen. Vor allem der menschlichen Stimme entkommt man nicht. Experten, wie der Akustikforscher Markus Meis von der Uni Oldenburg, schätzen, dass Telefonklingeln, Druckergeräusche, Tastaturklappern sowie die mangelnde akustische Privatsphäre zu einer zeitlichen Leistungseinbuße von durchschnittlich bis zu 34 Minuten pro Tag führt. „Rechnet man das einmal pro Mitarbeiter aufs Jahr hoch, so lohnen sich Investitionen für eine bessere Raumakustik auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten in jedem Fall“, stellt Meis fest. Andere Untersuchungen sprechen von Leistungseinbußen von bis zu 20 % durch schlechte Raumakustik. Der globale Aktionstag „Tag gegen Lärm“ am 27. April 2016 zeigt, dass nach wie vor großer Handlungsbedarf besteht, etwas gegen den „Krankmacher“ Lärm zu tun – ob im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz.

www.tag-gegen-laerm.dewww.laermstudie.de
www.uni-oldenburg.de
www.hear-the-world.com
www.forum-office-acoustics.de

pianoschrank_hohe_AuflösungLärm kann durch eine Vielzahl von Maßnahmen minimiert werden: administrative (gesetzliche Grenzwerte), technische (Minderungen an der Quelle), planerische (Büroeinrichtung) und aufklärerische (individuelles Verhalten). So reicht das Spektrum akustisch optimierter Büroausstattung von Teppichen über Wand- und Deckenbespannungen bis hin zu Stellwänden und Tischaufsätzen. Aber auch klassische Stauraumsysteme wie der PIANO Schiebetürenschrank aus dem ACTA.FERRO Programm können einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des „Raumklimas“ beitragen. PIANO macht dank nicht nur dank seines zeitlosen Designs und edlen Materialen eine gute Figur in offenen Bürolandschaften, sondern verbessert die Raumakustik hörbar. Der Korpus wirkt wie ein Tieffrequenzabsorber. www.koenig-neurath.de/soundcheck