Büros werden dank Technik intelligenter

Wie sieht das Büro der Zukunft aus? Mit diesen Fragen beschäftigen sich auch Forscher der TU Kaiserslautern und des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) im neuen Projekt Living Lab smart office space. Ihr Ziel: die Erprobung neuer Technikkonzepte in einer realitätsnahen Umgebung.

Die Integration von Sensoren in Stühle, Tische und Wände verwandelt das Büro zunehmend zu einem Ort, der den Wissensarbeitern mehr Komfort und Kontrolle über ihren Arbeitsplatz bietet. Daran glaubt man auch bei König + Neurath. Das Unternehmen präsentierte auf der ORGATEC sein SMART.OFFICE. „Das Internet der Dinge bietet nicht nur wirtschaftlichen Mehrwert,“ sagt der K+N Systemergonom Peter H. Feldmann. „Das Smart Office macht Ergonomie für jeden erlebbarer, auch wenn das Gesamtkonzept weiterhin die ergonomische Qualität prägt.“ Mit dem SMART.OFFICE sieht er K+N jedenfalls auf der Höhe der Zeit und auf richtigem Weg.

Büros werden persönlicher
Aufwind erhielt die Idee, Arbeitsplatz, Arbeitsumgebung und Facility Management digital zu vernetzen, auch durch das Gemeinschaftsprojekt der TU Kaiserslautern und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Bereich des Personalized Environment. „Im Büro der Zukunft wird es personalisierte Arbeitsplätze geben, die auf die Bedürfnisse des einzelnen zugeschnitten sind und individuelle Unterschiede besser berücksichtigen“, sagt Sabine Hoffmann, Lehrstuhlinhaberin für Gebäudesysteme und Gebäudetechnik an der TU Kaiserslautern.

Erste Ergebnisse liegen bereits vor. So konnte die Wirksamkeit einer thermoelektrischen Kühlwand mit aktiver Speicherung (Thekla) nachgewiesen werden. Die mobile Stellwand, die vom Nutzer gesteuert wird, sorgt am jeweiligen Aufenthaltsort für ein behagliches Raumklima. Thekla erhöht den Wärmeverlust des Körpers an die Umgebung, was im Sommer als angenehm empfunden wird. Die Sensorik in der Stellwand protokolliert die Umgebungs- und Betriebsbedingungen und liefert die Daten für die Simulation der Energiebilanz. Thermisches Empfinden und thermischer Komfort als wichtiges Nutzerfeedback werden kontinuierlich abgefragt.

Klimastühle zum Wohlfühlen
Auch der Bürostuhl erlebt im Living Lab smart office space eine digitale Aufrüstung: Er wandelt sich zum Klimastuhl mit Heiz- und Kühlfunktion. Beim Einschalten der Heizfunktion kommt es aufgrund einer leicht erhöhten Kontakttemperatur in Sitz- und Rückenfläche zu einer Reduktion der Wärmeverluste von Rücken und Hüftbereich. Bei der Nutzung der Kühlfunktion wird durch eine erhöhte Zirkulation der Umgebungsluft der konvektive Wärmeübergang der Haut erhöht. Außerdem kommt es zu einer latenten Kühlung der Hautoberfläche. Untersucht wird derzeit ob und wie beide Funktionen als angenehm empfunden werden.

Nutzen von smarten Büros
Die lokalen, dezentralen Systeme am Arbeitsplatz, bei dem Nutzer den Raum entsprechend ihren persönlichen Präferenzen einstellen können, sollen nicht nur den persönlichen Komfort erhöhen. „Mit neuen intelligenten Technologien lässt sich ein Großteil an Wärme, Strom und Wasser einsparen,“ sagt Sabine Hoffmann. Ein SMART.OFFICE verspricht nicht nur mehr Komfort, weniger Energieverbrauch, eine höhere Produktivität und bessere Raumnutzung, sondern trägt als „individueller Controller“ auch zu einem selbstbestimmteren und leistungsfähigeren Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bei, davon ist man auch bei K+N überzeugt.


König + Neurath und die gesamte City News-Redaktion wünschen allen Lesern wundervolle Weihnachtstage, ein glückliches, gesundes neues Jahr sowie viel Kraft und Mut für die anstehenden Projekte und Aufgaben 2017. Halten wir uns dabei an den großen Georg Christoph Lichtenberg: „Ängstlich zu sinnen und zu denken, was man hätte tun können, ist das Übelste, was man tun kann.“


 

Zwischendenwelten

Kollisionen – Raum für Kreativität und Innovation im Büro Räume beeinflussen die Arbeit, die in ihnen entsteht, und Kreativität ist nicht an Schreibtische und Besprechungsräume gebunden – im Gegenteil. Davon zeigt Architekt Mark N. Philips überzeugt. Jetzt legte der Professor für experimentellen Raum an der Hochschule Coburg im Rahmen der interdisziplinären Forschungsreihe ZWISCHEN DEN WELTEN den Band „Kollisionen“ vor. Die Studie konzentrierte sich auf drei klassische Raumgruppen der Büroraumplanung: den klassischen Arbeitsplatz, den Kommunikations- und Besprechungsraum sowie den Zwischenraum. Kreative Orte im Büro sind nach Mark N. Philips vor allem Flure, Aufzugsvorräume, Treppenhäuser, Vorbereiche, kurz Orte, die er als Zwischenräume bezeichnet. Sie ermöglichen Kollisionen, zufällige Begegnungen, die das intuitive System anregen. Das Büro muss deshalb so gestaltet sein, dass es solche Kollisionen unterstützt. Erst dann fördert es kreative Prozesse. Gibt es solche Orte für Kollisionen in Büros? Erstaunlicherweise kaum, wie Mark N. Philips glaubt. Das 156 Seiten umfassende Buch ist im Cuvillier Verlag erschienen und kostet 35 € (E-Book 17,50 €}.