Gesundheitsförderung erhöht Motivation und Identifikation

Gesundheitsförderung erhöht Motivation und Identifikation
Die vor 120 Jahren gegründete STADA Arzneimittel AG führte Mitte September 2015 zum zweiten Mal einen Gesundheitstag für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Stammsitz in Bad Vilbel durch. Der Aktionstag wurde in Kooperation mit der BARMER GEK, der PrävenTour Akademie, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, aber auch mit Firmen wie König + Neurath und König Bürotechnik realisiert. City News sprach mit Lothar Kempf, Leiter Human Resources, über die Rolle des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bei STADA vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und gesundheitsbezogener Unternehmensführung.

City News: Herr Kempf, wie ist es zu den STADA-Gesundheitstagen gekommen?
Lothar Kempf: Als Gesundheitsunternehmen liegt uns erwartungsgemäß das Wohlergehen unserer Mitarbeiter ganz besonders am Herzen. Für unsere Kunden wie für unsere Mitarbeiter gilt: Die Gesundheit ist unser wertvollstes Gut. Eine gesunde und motivierte Belegschaft ist darüber hinaus auch der Schlüssel zum Unternehmenserfolg. Leider wird uns die Bedeutung des „Gesundseins“ oft erst so richtig bewusst, wenn wir krank sind. Da sich viele Krankheiten präventiv verhindern lassen, ist es das Ziel des jährlichen STADA-Gesundheitstages, die Mitarbeiter dahingehend zu sensibilisieren. Mit einer Kombination aus Information, Gesundheits-Checks und Beratung zeigen wir, was jeder Einzelne tun kann, um gesund zu bleiben oder zu werden. Konkret kann das die Anregung zu mehr Bewegung sein oder auch der Hinweis, dass bestimmte Blutwerte nicht der Norm entsprechen und zur Sicherheit vom Arzt überprüft werden sollten.

Experten fordern ein ganzheitliches, früh ansetzendes System beim BGM und zur Gesundheitsförderung. Besteht bei Stada ein solches integriertes Konzept?
STADA bietet den Mitarbeitern zahlreiche Maßnahmen zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit an, aus denen jeder Einzelne für sich passende Angebote auswählen kann. Das Spektrum reicht von wöchentlichen hausinternen Yogakursen und Massagen, über die Nutzung eines betriebseigenen Fitnessraums und Übungen, die von einem professionellen Trainer begleitet werden, bis hin zur gesunden, ausgewogenen Ernährung in unseren Betriebsrestaurants, deren Betreiber speziell nach diesen Anforderungen ausgesucht wurde. Wir betrachten Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) als kontinuierlichen Prozess, der auf dem von Ihnen angesprochenen integrierten Konzept beruht. Zurzeit überprüfen wir unsere hausinternen Angebote auf Bekanntheit und Verwendung. Das gibt uns Gelegenheit, unsere heutige Angebotspalette noch gezielter am Bedarf der Belegschaft auszurichten oder zu erweitern. Mittels Gefährdungsbeurteilung analysieren wir z.B. in einem ersten Schritt eventuelle Risikopotenziale oder Gefährdungen unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Auf dieser Basis entwickeln wir anschließend passende Maßnahmen.

Warum ist Gesundheitsvorsorge eigentlich Aufgabe von Unternehmen und nicht Sache jedes Einzelnen?
Dies erklärt sich insbesondere durch die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern. Außerdem erhöhen wir mit unserem Angebot die Motivation sowie Identifikation mit dem Unternehmen und letztendlich auch die Leistungsfähigkeit. Das wiederum trägt dazu bei, Kosten für Krankheits- und Produktionsausfälle zu senken. Wenn beispielsweise berufsbedingter Stress und einseitige Bewegung bzw. Bewegungsmangel am Arbeitsplatz direkt ausgeglichen werden, hat dies einen positiven Effekt auf das weitere Berufs- und Privatleben. Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers entbindet den Einzelnen allerdings nicht von der Verantwortung, sich selbst darum zu kümmern, fit und gesund zu bleiben und sich im eigenen Körper wohl zu fühlen.

Das Spektrum an Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung ist breit. Wo sehen Sie in den kommenden Jahren den Schwerpunkt Ihres BGM?
Unsere Maßnahmen sollen noch gezielter mit den verschiedenen Anforderungen an unsere Arbeitsplätze korrespondieren. Viele unserer Mitarbeiter sitzen täglich lange am Schreibtisch, stehen im Labor häufig oder sind in der Produktion ständig in Bewegung. Darüber hinaus gilt es beim Aufbau von BGF-Maßnahmen selbstverständlich auch den demografischen Wandel zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise die Pflege von Angehörigen auch für uns und unsere Mitarbeiter zunehmend ein Thema. Deshalb sind wir in diesem Jahr der „Hessischen Initiative – Beruf und Pflege vereinbaren“ beigetreten. Damit bekennen wir uns dazu, unsere Mitarbeiter künftig bei dieser sehr wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe zu unterstützen.

Die psychischen Belastungen haben laut des Gesundheits-Reports diverser Krankenkassen zugenommen. Ist das auch ein Thema, dass bei STADA eine Rolle spielt?
Wir wissen, dass psychische Belastungen im Beruf und im Privatleben allgemein zunehmen und wir mit Angeboten wie Trainings zur Stressbewältigung oder zum Selbst- und Zeitmanagement darauf reagieren können. Wir werden auch dieses Thema daher im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung untersuchen, um festzustellen, ob und wo genau hier Handlungsbedarf besteht.

Anlässlich Ihres Gesundheitstages haben Sie Partner mit ins Boot geholt. Dass eine Krankenkasse mit von der Partie ist, leuchtet ein, aber was tragen Firmen wie König + Neurath oder König Bürotechnik bei?
König + Neurath ist unser Hauptlieferant für Büroausstattungen. Eine Beratung durch Experten bezüglich der individuell richtigen Einstellung von Stühlen, Schreibtischen und Bildschirmen reduziert Rücken- und Nackenbeschwerden bei Mitarbeitern mit Bildschirmarbeitsplätzen und beugt Krankheiten des gesamten Bewegungs- und Halteapparates vor. Es ist uns daher wichtig, auch diese Partner einzubinden.

Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung ist zwar ein Kernelement von Arbeitsschutz, aber wenn Ergonomie, Licht und Klima einmal stimmen, könnte man doch denken, haben solche Partner doch ihren Beitrag geleistet oder nicht?
Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein kontinuierlicher Prozess und die Begebenheiten am Arbeitsplatz müssen regelmäßig überprüft werden. Zum einen können sich die Bedürfnisse der Belegschaft mit der Zeit ändern, zum anderen treten immer wieder neue Mitarbeiter in unser Unternehmen ein. Aus diesem Grund stehen wir stets mit den entsprechenden Partnern im Austausch.

Das BGM lebt von der Bereitschaft der Mitarbeiter, aber der Wille ist zwar stark, aber das Fleisch oft schwach, um ein gesünderes Leben zu führen. Bleiben Ihre Mitarbeiter auch nach solchen Gesundheitstagen bei der Stange?
Auf einer Seite werden die präventiven Maßnahmen zur Gesundheitsförderung gut angenommen – so sind die Yogakurse und das Fitnessstudio sehr gut besucht und die Massagetermine, die mehrfach in der Woche angeboten werden, sind immer schnell ausgebucht. Auf der anderen Seite überprüfen wir im Rahmen von Betriebsbegehungen regelmäßig die Wirksamkeit der beim Gesundheitstag gewonnenen Erkenntnisse. Die Betriebsärztin und eine Sicherheitsfachkraft stehen unseren Mitarbeitern stets für Fragen zur Verfügung. Darüber hinaus binden wir die Belegschaft auch in Form von Feedback-Gesprächen, Mitarbeiterbefragungen und im Rahmen des Ideenmanagements in das Betriebliche Gesundheitsmanagement mit ein.

Herr Kempf, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

Bewegen bringt Segen Ein Element des vielschichtigen Systems betrieblichen Gesundheitsschutzes und der Gesundheitsförderung ist die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes und die optimale Anpassung des Arbeitsplatzes an den Mitarbeiter. In diesem Kontext gewinnen Steh-Sitz-Arbeitsplätze eine immer größere Bedeutung, weil der Wechsel zwischen sitzender und stehender Tätigkeit zu einer besseren Nährstoffversorgung der Bandscheiben, der Durchblutung der Muskulatur und zu einer bessere Sauerstoffversorgung des Gehirns führt. Der große Denker Friedrich Nietzsche nannte das Sitzfleisch „die eigentliche Sünde wider den Heiligen Geist“, weshalb er auch dazu riet, „keinem Gedanken Glauben zu schenken, der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung“. Das ist naturgemäß in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht immer möglich, aber für etwas mehr Bewegung sorgt z.B. das Arbeitsplatz-System TALO.S mit drei verschiedenen Höheneinstellungen. Wenn schon sitzen, dann eben dynamisch und für die ganz großen Ideen bleibt dann ja immer noch die körperliche Bewegung und sportliche Aktivität im Freien.