Neue Wege der Kundenansprache

Messen sind Teil der Marktwirtschaft und eines der traditionsreichsten Marketinginstrumente von Unternehmen. Trotz Krisen und steigenden Wettbewerbs durch digitale Kommunikationstools stehen sie nach wie vor hoch in der Gunst von Entscheidern in Wirtschaft und Verwaltung, weil sie vor allem eines bieten: einen Blick in die Zukunft. Den will auch König + Neurath mit zukunftsweisenden Möblierungskonzepten und Produkten auf der Swissbau in Basel bieten.

Totgesagte leben länger. Das zeigt sich auch am Beispiel von Messen, die mit dem Siegeszug des Internets schon als überflüssig oder altmodisch bezeichnet wurden. Aber so wenig der Online-Handel bisher stationäre Geschäfte verdrängen konnte, gelang es dem Internet dem Medium Messe den Garaus zu machen. Der Grund, warum Messen nicht klein zu kriegen sind, ist so simpel wie naheliegend. Messen stehen für „Unberechenbarkeit“ und Dinge, die man zwar nicht gesucht hat, aber einen doch faszinieren. Im Internet suchen wir das, was wir schon kennen – genau aus diesem Grund sind Marken und keine No-Names solchen Preisverrissen ausgesetzt. Schon Deutschlands Vorzeigedenker, Hans-Magnus Enzensberger, betonte vor mehr als anderthalb Jahrzehnten in einem Essay für „Der Spiegel“, dass „die Verwechslung von bloßen Daten mit sinnvoller Information seltsame Chimären hervorbringt“, weshalb er auch den digitalen Evangelisten, die Cybersex mit Liebe verwechseln würden, bescheinigte, dass sie reif für die Psychiatrie seinen. 16 Jahre später haben wir zwar Smartphones und Tablets, die damals noch Zukunftsmusik waren, aber die Emanzipation von der Realität fällt uns Zeitgenossen immer noch schwer, weil auf die Trägheit des Körpers, wie Enzensberger glaubte, immer noch Verlass ist. Und vielleicht auch auf die des Verstandes.

Messen
Dass zahlreiche Messen in den letzten Jahren von Krisen geschüttelt wurden, lässt sich allerdings ebenso wenig leugnen, heißen sie nun imm cologne, CeBIT, Frankfurter Buchmesse oder ORGATEC. Aussteller- und Besucherzahlen gingen bei vielen Leitmessen in Deutschland kontinuierlich zurück. 2004 lag die Zahl der ORGATEC-Besucher bei rund 57.200; 10 Jahre später bei 50.000. Das dürfte kaum überraschen. Auf Hersteller- wie Handelsseite erleben wir seit Jahren einen fortschreitenden Konzentrationsprozess. Wo sollen Aussteller und Händler auch sonst herkommen? Der Vorstandsvorsitzende der Rewe-Gruppe, Alain Caparros, brachte es erst unlängst in der FAZ auf den Punkt: „Was wir in Deutschland erleben, ist ein total ungesunder Verdrängungskampf, der Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen schadet.“ Auch wenn Caparros auf sein Spielfeld, den Lebensmittelhandel, blickt – der Konzentrationsprozess macht selbst vor den Messen nicht halt. Auch nicht vor der Büromöbelbranche.

Messen im Wandel
Not macht bekanntlich erfinderisch. So haben viele Messen die Flucht nach vorne angetreten, um den Erosionsprozess zu stoppen. Die Frankfurter Messe ist heute an 40 Standorten auf fünf Kontinenten präsent; die Koelnmesse organisiert mit Branchenorganisationen und Messeveranstaltern vor Ort rund 30 Auslandsmessen. Gleichzeitig  haben sich zahlreiche Leitmessen inhaltlich neu aufgestellt und weiterentwickelt oder gar neue Segmente für sich entdeckt. Vor allem sind sie internationaler geworden. Die IFA entdeckte 2008 die „Weiße Ware“. Heute zählt sie so selbstverständlich zum Angebot als hätten Waschmaschinen schon immer zum Home Entertainment gezählt. Auch die imm cologne, nach Jahren des Niedergangs, erlebt einen zweiten Frühling. Die Messe will Ausstellern und Besuchern ein „ganzheitliches Einrichtungserlebnis“ (bieten), das in seinem Markenkern das Thema „Leben und Wohnen“ verankert hat. Das Ergebnis: Die imm cologne verzeichnet 2016 wieder ein besonders starkes Interesse aus Italien.

Antworten auf morgen
Die Beispiele IFA und imm cologne zeigen allerdings auch, dass Unternehmen durchaus gewillt sind, angestammte Pfade zu verlassen, um neue Zielgruppen zu erreichen. Einen solchen neuen Weg schlägt 2016 der führende Komplettanbieter von Büro-, Sitzmöbeln und Raumsystemen, die König + Neurath AG, ein. Das Unternehmen stellt erstmals auf der Swissbau in Basel, der Leitmesse der Bauwirtschaft in der Schweiz, aus. Im Fokus stehen zukunftsweisende funktionale und designorientierte Möblierungskonzepte, wie sie das Unternehmen etwa mit dem modularen Mittelzonen-Konzept NET.WORK.PLACE und den unabhängigen, transparenten Raum-in-Raum-Lösungen THINK.TANK vorgelegt hat. So ungewöhnlich die Teilnahme an dieser Leistungsschau der Baubranche auf den ersten Blick erscheinen mag, so konsequent und logisch ist er doch, wenn Arbeiten und Wohnen, wie Experten prophezeien, immer stärker verschmelzen. „Wohnarbeiten“ war das zentrale Thema der ORGATEC 2014.

Was Planer bewegt
Die Swissbau hat sich seit ihrer Premiere 2011 zu einem Veranstaltungsformat von hoher Relevanz für die Baubranche, Politik, Wirtschaft und Behörden entwickelt. Parallel zur Swissbau 2016 mit ihren 1.100 Ausstellern debattieren Meinungsführer und Experten aus verschiedenen Bereichen über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Bauwirtschaft. Rund 60 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, unter anderem das Themenfeld „Innenarchitektur und Design“ mit dem Vortrag „Human Building – Forschung Innenarchitektur“. Der Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Wohn- und Arbeitswelten heute gestaltet sein müssen, um auch in Zukunft noch den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden. Einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage wird auch der Ergonomie-Experte Peter H. Feldmann liefern. Er referiert zu den Themen „Raumakustik in modernen Büroumgebungen“ und „Office 2030 – Wie werden wir in Zukunft arbeiten?“. Die Swissbau findet vom 12. bis 16. Januar 2016 in Basel statt. König + Neurath präsentiert sich in Halle 2, Stand G 16.