Solarfassaden geben Bürogebäuden architektonischen Schick ­ und das mit ökologischem Nutzen

Solarzellen müssen nicht unbedingt aufs Dach. Sie können auch in die Fassaden von Bürogebäuden integriert werden. Dort erzeugen sie nicht nur effizient elektrischen Strom aus Sonnenlicht, sondern dienen auch als reizvolle Gestaltungselemente ­ und demonstrieren Besuchern und Passanten eindrucksvoll die zukunftsorientierte Philosophie des dahinter stehenden Unternehmens. Mehrere Systeme für plane Fassaden sind bereits auf den Markt, doch arbeiten Wissenschaftler bereits an flexiblen Solarpanelen, die sich auch gerundeten Bauformen anpassen können.

Der ideale Neigungswinkel für ein Solarmodul beträgt in Deutschland rund 28 Grad. Eine senkrechte Fassadenfläche erreicht immerhin noch rund 70 Prozent der bei diesem Winkel einfallenden Sonneneinstrahlung. Dennoch arbeiten senkrechte Solarmodule effizient genug, zumal, wenn sie gleich bei der Konzeption des Gebäudes als integraler Bestandteil der Außenwand eingeplant wurden. Teure Materialien wie Edelstahl und Spezialglas können dadurch eingespart werden, und das bei mindestens ebenso hohem Prestigewert für den Gebäudeeigentümer. Zinsgünstige Sonderkredite für die Finanzierung und der bei der Einspeisung des Solarstroms ins Netz erzielte Erlös tragen zur günstigen Bilanz solcher Solarfassaden bei.

Für die Integration in die Fassade gedacht ist beispielsweise das Photovoltaiksystem Thyssen-Solartec: Es verbindet nanokristalline Solarzellen mit dem Werkstoff Stahl und kann daher ebenso einfach wie herkömmliche Dach- und Fassadensysteme verarbeitet werden. Ein spezieller Unterbau ist nicht nötig ­ die Solarpanelen fügen sich glatt in vorhandene Flächen ein. Angeboten wird das System in bis zu 5,80 Meter langen Modulen, wahlweise auch mit Wärmeisolierung. Für die nachträgliche Montage auf vorhandene Fassadenflächen bieten sich die Module der Solar-Fabrik in Freiburg an. Sie sind 8 Millimeter dünn und können als so genannte innenbelüftete Außenwandbekleidungen verwendet werden. Renommiertes Anwendungsbeispiel für die Solar Facell 130plus-Module ist der Solartower des Freiburger Hauptbahnhofs. Das Büro- und Geschäftsgebäude ist über 19 Stockwerke hinweg mit den Solarmodulen verkleidet und ist damit mittlerweile zu einem Markenzeichen der Stadt geworden.

Noch vor der breiten Markteinführung stehen dagegen die Solarpanelen des Herstellers Spheral Solar aus dem kanadischen Cambridge. Das Unternehmen will Solarsysteme auf den Markt bringen, die sich in nahezu jede beliebige Form bringen lassen. Statt ebene Siliziumschichten wird hier der Strom in Tausenden kleiner Siliziumperlen erzeugt, die zwischen zwei Aluminiumfolien eingebettet sind. Die Folien geben dem Material den Zusammenhalt und dienen als elektrische Kontakte.

Mit einem Wirkungsgrad von 11 Prozent kann das System durchaus mit herkömmlichen Solarmodulen mithalten. Seine Vorteile liegen in der ungeheuren Flexibilität des Materials: Mit den stabilen Folien lassen sich gerundete Fassaden ebenso als Stromerzeuger aufrüsten wie tonnen- oder kuppelförmige Dächer.