TABLE.H mit dem Interior Innovation Award ausgezeichnet

Zum 13. Mal zeichneten die Koelnmesse und der Rat für Formgebung anlässlich der imm cologne und der LivingKitchen herausragende Arbeiten im Interior Design aus. Bereits im vergangenen Jahr gelang König +Neurath mit dem Arbeitsplatzkonzept TEAM.WORK.SPACE der Sprung aufs Treppchen. Jetzt wiederholten die Karbener den Erfolg mit ihrem wohnlichen Arbeitsplatz TABLE.H und dem NET.WORK.PLACE Lounge Chair.

Panta rhei, alles fließt. Das gilt offensichtlich in keiner anderen Branche so sehr wie in der Interieur-Branche. Das ist nur folgerichtig, schließlich, so die einhellige Meinung der Experten und Trendscouts, verschmelzen zunehmend Arbeit und Freizeit, weshalb nicht nur Hersteller von Büro-Interieur, sondern auch klassische Einrichter Antworten auf diese Amalgamierung der beiden Welten finden müssen. Und damit ist keineswegs nur das persönliche Home-Office als Kuschelecke gemeint, das für immer mehr Menschen ein wichtiger Bestandteil der Privatwohnung wird, wie die 66. Ausgabe der imm cologne schreibt. Rund 1.300 Unternehmen aus 50 Ländern präsentieren diesmal ihre Antworten auf Fragen, wie sich die Welt einrichten will. Gezeigt werden vom 19. bis 25. Januar 2015 mehr als 100.000 Möbel und Einrichtungsgegenstände. Zu einem Höhepunkt des Kölner Möbelmarktes dürfte erneut das Format „Das Haus“ sein, die Simulation eines Wohnhauses. Das experimentelle Interior Design gibt Einblicke in die Arbeit von Lyndon Neri und Rossana Hu, zwei Architekten, die in Shanghai ein interdisziplinär arbeitendes Studio für Architektur, Produktdesign, Interieur Design und Grafikdesign betreiben. Nach zwei Jahren ebenfalls mit von der Partie ist das Format Pure Textile, das Bezugsstoffe und Textilien für die Raumgestaltung zeigt, als auch LivingKitchen.

Überfordert uns die Freiheit?
Wie leben und arbeiten wir? Und wie morgen? Wie wohnen wir, wie richten wir uns ein? Darauf versucht die imm cologne, zumindest auf den Themenkomplex Leben und Wohnen, Antworten zu geben. Diese lässt sich vielleicht immer weniger von der Frage „Wie richten wir uns in unsere Arbeit ein“, trennen. Galt früher „Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst“ leben wir heute zunehmend in einer tendenziell grenzenlosen Gesellschaft. Laut einer Ende vergangenen Jahres publizierten Studie der Universität Kassel nutzen rund zwei Drittel der geistig tätigen Beschäftigten „manchmal, häufig oder immer auch abends Internet oder Smartphone, um berufliche E-Mails abzurufen oder Gespräche zu führen.“ Die berufliche Nutzung von Smartphone und Laptop am Feierabend, die Gewerkschaften oder Politiker auf den Plan rufen könnte, wird – und das ist die eigentliche Pointe! – von den Betroffenen jedoch als positiv empfunden, obwohl sie sich dadurch tendenziell schlechter erholen. „Die psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout“, meint denn auch der Berliner Philosoph Byung-Chul Han, „sind der Ausdruck einer tiefen Krise der Freiheit.“ Wir leiden nicht, weil wir etwas müssen oder uns jemand zu etwas verdonnert, sondern weil wir jederzeit alles können, aber auch sein lassen könnten, was uns mehr überfordert als der direkte Zwang.

Produktives Wohlfühlen
Die Auflösung von Strukturen, die immer auch festlegen, spiegelt sich auch in den Einrichtungskonzepten von führenden Möbelunternehmen wider, die mit minimalistischen Side- und Lowboards sowie Kommoden auf den seit Jahren anhaltenden Trend zu „Open House“ reagieren. Die strenge Separierung in die Bereiche Wohnen, Essen und Kochen, die Grundrisse in Vergangenheit geprägt hat, wird bei „Open House“ zugunsten einer kommunikativen Gemütlichkeit im „Allraum“ aufgegeben. So wie das klassische Ess-Service, das zu besonderen Anlässen aufgedeckt wurde, fast vollständig verschwunden ist, verschwindet die Schrankwand oder werden Stühle „gemixt“ – frei nach Nina Hagen: „Ich kann mich doch gar nicht entscheiden. Ist alles so schön bunt hier.“ Die Vorteile dieser neuen Freiheit sind offensichtlich. Neben großzügigem Raumgefühl und lichtdurchfluteten Räumen ist es in erster Linie die große Flexibilität der offenen Architektur, die geschätzt wird. Der Trend zur „Nivellierung“ von Lebens- und Arbeitswelt wird deshalb auch in den kommenden Jahren das Interieur-Design prägen. Längst preisen große, namhafte Marken aus dem Wohnbereich ihre Möbel als „Generalisten“ an, die im Wohn- wie Arbeitszimmer, in Hotellobbys wie Büros eine gute Figur machen. Umgekehrt versehen Büromöbler ihre Konzepte mit dem Etikett „produktives Wohlfühlen jetzt auch im Office möglich“. Einige Hersteller gehen in Köln sogar noch einen Schritt weiter, weil sie sogar „den Komfort und die Atmosphäre des Wohnzimmers in den Garten hinaus tragen“ möchten. No limits also.

TABLE.H zählt zu den Besten
Längst hat sich auch die Büromöbelbranche auf den Weg zu mehr Transparenz gemacht. Statt „Open House“ heißt es nur „Open Space“ und wer sich die letzte ORGATEC vor Augen führt, dürfte den Trend zu mehr „wohnlicher Atmosphäre“ allenthalben in den Messehallen gespürt haben. König + Neurath war mit dem Mittelzonenkonzept NET.WORK.PLACE einer der Vorreiter dieser Entwicklung. In Köln zeigte das Unternehmen erstmals einen neuen Lounge Chair, einen Design-Entwurf, der jetzt in Produktion geht, sowie die Phonebox und die akustisch wirksame Stellwand INSIDE.50. Der neue NET.WORK.PLACE Lounge Chair, der durch seine hohe, organische Schalenkontur einen persönlichen Rückzugsraum bietet, wurde jetzt vom Rat für Formgebung in der Kategorie Office mit dem Signet „Selection“ ausgezeichnet. Zu den „Winnern“ darf sich dafür das Tischsystem TABLE.H zählen, das eine elegante wie funktionale Lösung für den klassischen Arbeitsplatz bietet. Die neue Variante der TABLE.H-Familie überzeugte die Juroren sowohl hinsichtlich der leicht zu bedienenden Technik, die auch einen schnellen Zugang zu Strom- und Datenkabeln ermöglicht, als auch durch seine Eleganz und Leichtigkeit. Mit dem TABLE.H holt König + Neurath wohnliche Atmosphäre ins Büro. Bereits 2014 gewann die Steh-Sitz-Lösung TABLE.T den Red Dot Design Award und die gesamte TABLE-Familie wurde nach der Selection-Auszeichnung beim Interior Innovation Award auch für den German Design Award 2015 nominiert.