Telekom Darmstadt

Telekom Darmstadt: Wissen teilen und gemeinsam arbeiten

Das Technologie Zentrum (TZ) Rhein Main in Darmstadt zählt zu den bedeutendsten Business-und Technologieparks in Deutschland. Ein Big Player in diesem modernen Büropark ist die Deutsche Telekom. Anfang des Jahres bezog der Konzern einen weiteren, hochwertigen Bürobau – und setzte erstmals innovative zukunftsweisende Bürowelten innerhalb des Unternehmens um.

„Wir verbinden Menschen in Europa!“, verspricht die Telekom seit Mai 2015. Das Unternehmen will bis 2018 zum führenden europäischen Telekommunikationsanbieter aufsteigen. Und weil das mit einer internationalen Medienkampagne nicht allein zu erreichen ist, investiert der Konzern mehr als sechs Milliarden Euro für die Weiterentwicklung seiner Netze. Aber nicht nur Europa wächst immer mehr zusammen, wie man in Bonn glaubt, sondern auch die Mitarbeiter dürfen jetzt enger zusammenrücken. Das zeigt das Beispiel der neuen Telekom Kaskaden im Technologiepark Rhein Main. Auch dafür nahm der Konzern einen beträchtlichen Betrag in die Hand, um für knapp 1.300 Mitarbeiter moderne, kommunikative Bürowelten und ein Wohlfühlklima am Arbeitsplatz zu schaffen. Ein Novum: Erstmals setzte das Unternehmen auf offene, flexible Arbeitsplatzstrukturen, die Projekt- und Teamarbeit in wechselnder Besetzung erlauben. Das realisierte Open Space-Konzept mit nur wenigen Einzelbüros soll allerdings nur der Anfang sein. Das mittelfristige Ziel ist die Umsetzung von Desk Sharing.

Kulturwandel eingeleitet
Auf einer Fläche von rund 20 Hektar wurden seit 2003 rund 25 hochmoderne Bauprojekte im Technologiepark realisiert. Mit vielen Grünflächen und einem umfangreichen Dienstleistungsangebot, das vom Ärztezentrum über Kindertagesstätten bis hin zu Restaurants und Fitnessmöglichkeiten reicht, erfüllt das TZ heutige Anforderungen eines Konzeptes der Work-Life-Balance. Auch die Telekom weiß um den Wert seines Human Capital. Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie präsentiert man sich ebenfalls auf der Höhe der Zeit. In Darmstadt, mit insgesamt 7.000 Mitarbeitern der zweitgrößte Standort des Konzerns, betreibt das Unternehmen zwei eigene Kitas. Mit flexiblen Arbeitszeit-, Teilzeit und Homeoffice-Modellen sowie Sonderurlaub bietet die Deutsche Telekom den Mitarbeitern zudem vielfältige Möglichkeiten, ein ausgewogenes Verhältnis von Privatleben und Arbeitszeit zu finden. Wer Freiräume für Mitarbeiter schafft, verlangt naturgemäß auch eine Kultur der Veränderungsbereitschaft. Mit dem Konzept der offenen Arbeitsplatzgestaltung wurde jetzt ein kleiner „Kulturwandel initiiert“, wie Frank Röhm, Standortmanager Darmstadt, betont, „weil die Mitarbeiter aus Zellenstrukturen kamen und in Open Space gezogen sind.“

Voraussetzungen für Desksharing geschaffen
Der Spatenstich für die Telekom Kaskaden erfolgte Ende August 2013 durch die GE9e Development Darmstadt GmbH, eine eigens dafür gegründete Tochtergesellschaft des Projektentwicklers unit. Mit der Realisierung des Objektes, für das die Deutsche Telekom bereits im Vorfeld sehr präzise Vorgaben formulierte, wurde das international renommierte Architekturbüro Max Dudler beauftragt. Charakteristisch für die vier sechsgeschossigen Baukörper, die durch einen zentralen Erschließungstrakt verbunden werden, sind die organischen Dachrundungen, die markante Einfassung der zentralen „Büroscheiben“ in Aluminiumoptik, die von schwarzen Fugen durchbrochen werden, sowie die mit Lisenen strukturierten gläsernen Stirnfassaden. „Das sieht aus, als würde Wasser die Fassade runterlaufen“, sagt Frank Röhm, „deshalb der Name Kaskaden.“ Präzise Anforderungen stellte das Unternehmen an das Arbeitsplatzkonzept. Gefordert war eine kommunikative, flexible wie stimulierende Arbeitsumgebung, die zugleich Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten bietet. Last but not least sollten bei der Planung Desksharing-Modelle antizipiert werden. Die IT-Ausstattung unterstützt dabei das Konzept. Jedem Mitarbeiter wird ein Arbeitsplatz mit 2 LAN Ports zur Verfügung gestellt. Jeder Mitarbeiter erhielt beim Einzug einen Pilotenkoffer, um seine persönlichen Dinge und Arbeitsunterlagen verstauen zu können. Der Koffer lässt sich in Lockerschränken deponieren und einschließen – oder ins Homeoffice mitnehmen. Das Gebäude wird komplett mit WLAN und Inhouse-Mobilfunk versorgt, so dass die Mitarbeiter sogar auf der Dachterrasse mit ihren Steh-, Sitz und Loungemöbeln arbeiten können. „Von der gesamten technischen und baulichen Ausstattung her haben wir die Voraussetzungen geschaffen“, sagt Frank Röhm, „ dass wir mit Desk Sharing beginnen könnten.“

Nachhaltig und individuell
Klare Zielvorgaben formulierte die Deutsche Telekom auch hinsichtlich des energetischen Konzeptes. Die Kaskaden wurden inzwischen mit LEED Gold ausgezeichnet; ein Blockheizkraft sowie eine Photovoltaikanlage sollen folgen. Zusätzlich zur Fensterlüftung ist eine automatische Be- und Entlüftung in den Räumen in Betrieb sowie in den Decken der Büroflächen und Konferenzräume eine Betonkernaktivierung eingebaut. Wenn Fenster oder Bauteilzugangstüren offen stehen und wärmere oder kältere Luft einströmt, steuern Lüftungsanlage und Betonkernaktivierung entgegen. Die Automatiksteuerung der Außenjalousie richtet sich nach dem Sonnenstand, um den Lichteinfall des Tageslichtes zu maximieren und die künstliche Beleuchtung zu minimeren. Die Jalousien lassen sich auf Wunsch auch manuell steuern. Im 1. Untergeschoss richtete das Unternehmen sechs Duschen ein, um Mitarbeitern, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, die Möglichkeit zu geben, sich umzuziehen oder zu duschen.

Miteinander wird groß geschrieben
In den fünf Obergeschossen des Verbindungstraktes finden sich neben Konferenz- und Besprechungsräumen, Teeküchen, Toiletten und Druckerräumen auch großzügig gestaltete Loungezonen. Farblich gekennzeichnete Bauteile erleichtern den Mitarbeitern die Orientierung. Das Farbkonzept basiert auf den vier Farben gelb, grün, orange und dunkelblau. Alle 38 Besprechungsräume sind mit modernster Medientechnik ausgestattet. Im Erdgeschoss weicht das Arbeitsplatzkonzept von Open Space ab. Hier realisierte das Unternehmen sogenannte „Release-Container“, in denen größere Projektteams neue Anwendungen auf Herz und Nieren überprüfen können. Gleichzeitig bietet das Erdgeschoss ein Mutter-Kind-Büro mit zwei Arbeitsplätzen und einer Spielecke für Kinder.

Change-Management minimiert Sorgen
„Im neuen Arbeitsumfeld auf dem Campus ist vieles anders“, ist im Handbuch Telekom Kaskaden zu lesen, das den Mitarbeitern beim Einzug an die Hand gegeben wurde, um den „Kulturwandel“ zu erleichtern. Eine zentrale Aufgabe fiel aber dem Change-Management zu, das frühzeitig informierte und die Mitarbeiter in die Planungen einbezog. Dabei wurde das Konzept der „offenen Bürowelten“ mit ihren Herausforderungen an Akustik, Klima, Arbeitsschutz und die Möblierung in mehreren Veranstaltungen erläutert. Im Rahmen eins Marktplatzes standen zudem die verschiedenen Gewerke Rede und Antwort. Einfluss konnten die zukünftigen Nutzer auch bei der optischen Gestaltung nehmen und zwischen vier Themenwelten auswählen: Tag am Meer, Tag am Berg, Tag in der Stadt und Strings, einem Birkenwald. „Wir haben die Sorgen ernst genommen“, betont Frank Röhm, „ aber auch die Dinge beim Namen genannt, denn wir wollen, dass Wissen geteilt wird.“

Erfolgsfaktor Möblierung
Das soll nicht zuletzt durch eine zukunftsorientierte Arbeitsplatzgestaltung gelingen, die eine offene, transparente Struktur und freundliche Raumgestaltung mit Flächeneffizienz verbindet. Nur wenige Einzelbüros, die für bereichsgreifende Führungskräfte bestimmt sind, finden sich deshalb in den Telekom Kaskaden. Die Einzelbüros mit mikroperforierten Wänden, die zur Verbesserung der Raumakustik dienen, wurden mit HORIZONTE-Trennwänden realisiert. Alle Arbeitsplätze sind mit höhenverstellbaren Gasfeder-Lifttischen der TALIO.S-Reihe ausgestattet, die mit einem Fly-by Paneel zur visuellen und akustischen Abschirmung ergänzt wurden. Auch die Besprechungsräume sind mit ergonomischen Drehstühlen eingerichtet, um dem „homo sedens“ das Leben leichter zu machen. Die ACTA. CLASSIC Schiebetürschräke und Lockerschränke strukturieren den Raum und schaffen Privatsphäre im Open Space. Ein entspanntes „Chilaxen“ oder „Meeten“  in den Lounge-Zonen ermöglichen die auch farblich Akzente setzenden Elemente des modularen Mittelzonen-Konzeptes NET.WORK. PLACE, ergänzt durch den vielseitigen und funktionalen Mehrzweckstuhl PUBLICA, der in den Cafeterien als Barhocker zum Einsatz kommt. So lässt sich der Raum 00.AK10b durch Verschieben der mobilen Wände mit PUBLICA wie bei einer Kinobestuhlung zu einer Gesamtkapazität für bis zu 180 Personen vergrößern. Die Konferenzräume und THINK TANKS erhielten DO IT.4 Besprechungstische, die ebenfalls als klassische Arbeitsplätze dienen können. Um dem Bedürfnis nach Rückzugsmöglichkeiten für konzentriertes Arbeiten Rechnungen zu tragen, wurden rund 120 Think Tanks mit integrierter Beleuchtung und Belüftung in unterschiedlichen Ausführungen realisiert. Für die THINK.TANKS wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Canzler eine Sonderlösung für das Lüftungssystem entwickelt. Die Lüftungseinheit wurde nicht in die Decke, sondern in die opaken Seitenwände integriert, da die THINK.TANKS ohne Abstand unter dem bauseitigen Lüftungskoffer stehen. Das Spektrum der THINK TANKS reicht vom Einzelarbeitsplatz mit Schreibtisch und Drehstuhl bis hin zum Raum für Kleingruppen mit Besprechungstisch, Drehstühlen und Medientechnik. „Wir haben eine Menge gefordert, aber wir wollten auch eine neue Bürowelt, die nachhaltig ist“, sagt Frank Röhm. Die neue Welt hat die Deutsche Telekom jetzt bekommen.

Referenzsteckbrief:

Standort: Ida-Rhodes-Straße 2,  Darmstadt
Bauherr: GE9e Development Darmstadt GmbH
Projektentwickler: Unit Gesellschaft für Projektentwicklung mbH
Architekten: Büro Max Dudler
Baustart: August 2013
Bezug: Februar 2015
Bruttogeschossfläche gesamt: 24.907 m2
Hauptnutzfläche nach GIF: 22.690 m2
Baukosten: rund 50 Mio. Euro
Anzahl der Arbeitsplätze Endausbau: 1.182
Raumkonzept: Open Space, wenige Einzelbüros